Ein kleiner Rückblick und ein Ausblick auf die Weltmeisterschaften

Seit der Tour de Ski, seit dem Kampf die Alp de Cermis hoch, sind doch schon wieder ein paar Wochen vergangen und das Hauptziel dieser Saison, die Weltmeisterschaften in Oberstdorf rücken immer näher.

Ich freue mich sehr auf die kommenden Wettkämpfe, auf welche ich mich jetzt noch in den letzten Tagen der Vorbereitung möglichst gut einstelle, physisch und mental, um dann zu 100 % bereit zu sein, wenn der erste Startschuss fällt.

Doch bevor ich einen kleinen Ausblick auf die Weltmeisterschaften mache, ein kleiner Rückblick auf die vergangenen Wochen, wo ich wieder einmal eine ganze Palette an emotionalen Gefühlen, an Hoch und Tiefs erleben durfte.

Tour de Ski

Ja, es war anstrengend und ja, nach 8 Wettkämpfen innert 10 Tagen ist man wahnsinnig müde, aber ja, es war auch wieder ein tolles Gefühl sich durchgekämpft zu habe, jeden Tag versucht das Beste aus sich heraus zu holen und am Ende auf der Alpe Cermis anzukommen.

Die diesjährige Tour de Ski war für mich von Anfang an ein harter Kampf, nach dem Auftakt- Sprint in Val Müstair hätte ich am liebsten meine Koffer gepackt und wäre wieder nach Hause gereist, doch nach einer guten Diskussion mit meinem Trainer, entschied ich die Tour fortzusetzten.

In Toblach gelang mir dann erstmal ein guter Wettkampf, wo ich in der Verfolgung über 10km klassisch Plätze gut machen konnte und einen Punkt im Distanzweltcup sichern konnte.

Von da an lag mein voller Fokus auf den zweiten Sprint im Val di fiemme, nach einer guten Qualifikation und einem guten ersten Teil im Viertelfinale fand ich auf der Zielgerade keine freie Spur und schied somit leider aus. Mit einem bitteren Nachgeschmack, denn das Gefühl war sehr gut, musste ich wieder einmal meine Sachen nach dem Viertelfinale zusammenpacken.

09.01.2021, Val di Fiemme, Italy (ITA): Laurien Van Der Graaff (SUI) – FIS world cup cross-country, tour de ski, individual sprint, Val di Fiemme (ITA). www.nordicfocus.com. © Vianney THIBAUT/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Der Aufstieg am nächsten Tag, die Alp de Cermis hoch, war dann noch Ehrensache und ich konnte wiederum eine Tour beenden, nicht mit den gewünschten Resultaten aber mit einem kleinen Sieg über mich selber, nicht aufgegeben zu haben.

Weltcup Falun

Das Wochenende in Falun, war ein Wochenende zum Vergessen. Nach einem intensiven Trainingsblock zu Hause in Davos, reiste ich guten Mutes nach Schweden an.

Einen guten klassischen Wettkampf wollte ich laufen, dies mit Hinblick auf die Weltmeisterschaften.

Doch leider kam es anders als geplant, unser Team hatte an diesem Tag mit dem Material zu kämpfen, wir konnten in dieser Hinsicht nicht mit den Besten mithalten was zu Folge hatte, dass ich bereits in der Qualifikation knapp ausschied.

© Thibaut/NordicFocus.

Natürlich war dies sehr ärgerlich, aber dies gehört zu unserem Sport dazu und ich weiss, dass alle in unserem Team immer versuchen das Beste zu geben und wie man sagt; « man gewinnt, aber man verliert auch zusammen».

Somit hiess es den Blick nach vorne zu richten, zusammen aus den Fehlern zu lernen und das Positive mitzunehmen.

Weltcup Ulricehamn

In jeglicher Hinsicht zeigte unser Team eine positive Reaktion am darauffolgenden Wochenende in Ulricehamn.

Im Einzelsprint noch knapp im Viertelfinale ausgeschieden, konnten wir im Teamsprint wieder und dies zum vierten Mal in Folge aufs Podium steigen.

Dies war ein wichtiger Schritt in Richtung Weltmeisterschaften.

Auch unser Männerteam zeigte ein hervorragendes Rennen, sie konnten ihr erstes Podest in einem Teamsprint erlaufen. Jovian Hediger und Roman Furger erliefen einen zweiten Platz und rundeten somit unseren Tag mehr als perfekt ab!

Ausblick Weltmeisterschaften

Die Tage nach unserem Schweden – Trip nutzen wir nun um uns möglichst gut auf das Highlight in dieser Saison optimal vorzubereiten.

Natürlich sind die Erwartungen und damit der Druck, durch die guten Resultate, gestiegen, besonders im Teamsprint, doch ich sehe dies nicht als Belastung.

Ich bin stolz darauf, dass die Erwartungen gestiegen sind, dass wir zu den Medaillenkandidatinnen gehören und so werden wir auch laufen.

Mein erster Wettkampf wird am 25. Februar erfolgen, dies der Einzelsprint in der klassischen Technik. Auch dort möchte ich ein gutes Resultat erlaufen, ich habe viel in die klassische Technik investiert und mein Ziel ist es all diese «Investitionen» am Wettkampftag umsetzten zu können, was dies dann schlussendlich für ein Resultat ergibt, werde ich sehen.

Am Sonntag den 28. Februar geht es dann weiter mit dem Teamsprint, dem «grossen Ziel» dieser WM gefolgt von der Staffel in der Woche darauf.

Ich freue mich, dass wir wiederum mit einer Schweizer Frauen Staffel an den Start gehen werden und